Nachtstrom - Sparen mit passenden Tarifen
Nachtstrom ist über nachts oder zu anderen Zeiten bezogener Strom. Hintergrund des Ganzen ist, günstig an Strom heranzukommen. Weil nachts der Stromverbrauch geringer ist als tagsüber, die Kraftwerke aber nicht ausgeschaltet werden, sondern nur auf niedrigerem Niveau weiter Strom produzieren, da das kostengünstiger ist, versuchen die Kraftwerke Abnehmer zu finden, damit der Strom sozusagen nich umsonst produziert worden ist. Der nachts gespeicherte Strom wird dann tagsüber zum Heizen der Wohnung benutzt. In den 1950er und 60er Jahren wurde Nachstrom als Alternative zu den Kohle- und Ölöfen beliebt. Förderprogramme und subventionierte Tarife trugen zur Ausbreitung der Heizungen bei. Soviel zum Hintergrund der Nachtstromidee. Die Realität sieht mittlerweile leider anders aus.
Derzeitiger Stand
Heutzutage heizen noch etwa 2 Millionen Menschen in Deutschland mit Nachtstrom. Beheimatet sind sie vor allem im Westen der Republik. Wegen steigender Strompreise sind die Tarife inzwischen teurer als Öl oder Gas. Den Nachtstrom Tarif zu wechseln, um Geld zu Sparen, ist so gut wie unmöglich. Aufgrund hoher Durchleitungsgebühren lohnt sich für die Versorger kein bundesweiter Vertrieb. Der bleibt also auf den regionalen Anbieter beschränkt, womit man als Nachtstrombezieher in der Abhängigkeit zum Anbieter ist.
Wer das nötige Kleingeld hat, sollte umrüsten. Seitdem bekannt ist, dass die Nachtspeicherheizungen in voraussehbarer Zukunft verboten werden sollen, haben die Energieversorger noch mal kräftig die Tarife angehoben. Bis zu 70% des Engiebedarfs wird in einem Haushalt für die Heizung verbraucht.
Ein Beispiel
Vor 30 Jahren sah es anders aus. Ende der 70er, anfang der 80er Jahre war das Heizen mit Nachtrom noch eine lohnende Angelegenheit. Von der Politik wurde die Nachtstromheizung als billig und umweltfreundlich angepriesen. Von den damaliegen Zuständen können die heutigen Nachtstrombezieher nur träumen. In Dortmund hob der Versorger DEW 21 in den vergangenen sieben Jahren (2001-2008) den Preis um stolze 131% an. Betroffen davon waren ca. 20.000 Haushalte. Die Initiative "Nachtstromrebellen" wurde inzwischen gegründet.
Wissenswertes
Bei jeder Umwandlung geht Energie verloren. So auch bei der Umwandlung von Strom in Wärme. Im Vergleich zu einer Gasbrennwertheizung wird 3,6 mal mehr CO2 in die Luft geblasen, im Vergleich zu einer Pelletheizung sogar 13 mal mehr.
Gesundlheitliche Gefahren drohen von Heizungen, die vor 1976 eingebaut wurden, weil sie asbesthaltige Materialien enthalten können.