Erdgas über die Ostsee
Später als geplant wird das von Gazprom über die Ostsee geschickte Gas zum Verbraucher gelangen. Erst 2012 rechnet der Energieriese mit dem Lieferbeginn. Diese Auskunft konnte Andreas Hieckmann, der Projektleiter der Gazprom Germania GmbH, auf Anfrage der dpa, erteilen. Als Grund nannte er Munitionsräumungen in der Ostsee sowie politisch belastete Genehmigungsverfahren. Ursprünglich wollte das russisch-deutsch-niederländische Nord Stream-Konsortium die Leitung bis 2011 fertig gestellt haben.
Erdgasspeicher bei Waren
Bei Waren erkundet der deutsche Gazpromableger ein Gelände, wo später der für die Pipeline nötige Erdgasspeicher gebaut werden soll. Es wäre der größte Westeuropas. Über das vorpommersche Lubmin, wo das Gas aus der Ostsee auf das Festland übergeleitet wird, führt dann das letzte Stück über Land Richtung des mecklenburgischen Waren. In Teilen der Ostsee, aber auch zu Land, darf in einigen Schutzgebieten zur zu bestimmten Jahreszeiten gebaut werden. Nach dem Gehnemigungsverfahren muss die Ausführungsplanung nochmals vorgelegt und technich begutachtet werden. Was den Bau und die Genehmigung nicht in die Länge zieht, ist die planmäßig verlaufende Erkundung des Gasspeichers bei Hinrichshagen. In 700 m Tiefe wird dann zukünftig das Gas eingelagert sein. 400 Millionen Euro wird das ganze voraussichtlich kosten.
Aufschwung für Lubmin?
Die Ostseepipeline hat den Segen des Europäischen Parlaments, wird doch deren Umsetzung als "Vorhaben von europäischem Interesse" bezeichnet. 27,5 Milliarden Kubikmeter Gas sollen jährlich von Russland über die Ostsee nach Lubmin gelangen. Über zwei Landleitungen wird es weiter nach Westeuropa (NEL) und nach Süden ins sächsische Olbernhau (OPAL) geleitet. Wirtschaftsminister Jürgen Seidel von der mecklenburg-vorpommerschen CDU erhofft sich von der Ostseepipline einen wirtschaftlichen Aufschwung in der Region um Lubmin. Der Ort könnte zu einem der bedeutensten Energiestandorte innerhalb Deutschlands emporsteigen. Denn die Industrie würde immer auch dort hingehen, woe die Energie anlandet. Zwei Gas- und Dampfkraftwerke sind bereits genehmigt.